„Hitler good – killed Jews“
Dr. Clemens Heni
Kai Wiedenhöfers palästinensische Freunde und die
Diffamierung der Juden als die Nazis von heute Der Fotograf Kai
Wiedenhöfer (Jg. 1966) möchte in Berlin auf den längsten
erhaltenen Teil der Berliner Mauer Bilder des israelischen
Antiterrorzaunes kleben und so seine Ausstellung „Wall-on-Wall“
begründen. Mauern seien doch böse, grenzten aus und
verursachten Leid und Elend. Der größten Fraktion im
Bezirksparlament sowie der Mehrheit der Bezirksregierung selbst, den
Bündnis 90/Die Grünen, war das etwas zu eindeutig
antiisraelisch, weshalb sie sinngemäß forderten: „Mensch,
erweitere das doch wenigstens um ein paar andere beliebige Mauern,
wie in USA etc.“. Gesagt, getan. Jetzt soll es unter großer,
einmütiger Zustimmung der Grünen und der Fraktion Die Linke
– die sich beide am 16.04.2008 in Berlin-Kreuzberg im Ballhaus bei
der die kommende Woche, am 23.04. stattfindenden
Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vorbereitenden Sitzung des
Ausschusses für Kultur und Bildung mit 8 gegen 4 Stimmen bei
einer Enthaltung für die Ausstellung aussprachen – beschlossen
werden: Die Ausstellung „Wall-on-Wall“ soll Bilder der
„israelischen Mauer“ - so die Worte der 54jährigen
Bezirksverordneten und Ausschussvorsitzenden Elvira Pichler von
Bündnis 90/Die Grünen – sowie der Mauer in Belfast
(Nordirland) und der amerikanisch-mexikanischen Grenzanlage zeigen. Kritik der FDP, namentlich von Gumbert Salonek, und der SPD, wie von
Frau Dorit Lorenz, weiteren SPD-Mitgliedern wie Lorenz Postler sowie
anwesenden Gästen, diese geplante Ausstellung sei
antiisraelisch, verharmlose zudem grotesk die diktatorische Mauer der
DDR und wolle vor allem nicht sehen, dass Juden in Israel vor
Selbstmordattentätern und anderen Terroristen, welche allein
zwischen dem Herbst 2000 und 2004 fast 1000 Israeli brutal, feige und
hinterhältig ermordet haben, geschützt werden sollen und
durch den Antiterrorzaun auch de facto geschützt werden, wurde
abgewehrt. Selbstgefällig beharrten die Grünen, wie Daniel
Wesener, Norbert Kliesch oder Dr. Wolfgang Lenk auf der „Freiheit
der Kunst“. Die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für
Kultur und Bildung, Regine Sommer-Wetter von der Fraktion Die Linke,
zog ihren Antrag, vom Bezirksamt vor Beginn der Ausstellung eine
Stellungnahme zu publizieren bzw. zu verlesen, wonach der Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg „das Existenzrecht“ Israels anerkenne,
schließlich wieder zurück. Es war deutlich zu spüren,
wie unwohl ihr war und der Druck der anwesenden Grünen war
bemerkenswert. Es liegt zudem ein Freudscher Versprecher vor: Denn
implizit hieße das ja, die Ausstellung sei womöglich
antiisraelisch, denn warum extra zuvor betonen, das Bezirksamt sei
für „das Existenzrecht Israels“? Wer jedoch ist der Fotograf
Kai Wiedenhöfer, um dessen Fotografien es hier geht? Seit 1989
ist er unterwegs in den Gebieten der heutigen Palästinensischen
Autonomiebehörde und macht Bilder. Er studierte in Syrien,
lernte Arabisch und macht keinen Hehl aus seiner einseitigen Position
für die Palästinenser. Das wird auch dadurch deutlich, dass
er eine Internetseite bei Anis online, Anis Hamadeh, einem bekannten
deutsch-palästinensischen Antizionisten, eingerichtet hat
http://www.anis-online.de/1/rooms/kai.htm
. In einem Begleittext für das Photobuch „Perfect Peace –
The Palestinians from Intifada to Intifada“ von 2002 – mitten in
der Hochphase der Zweiten Intifada – schreibt er bei anis-online,
dass ohne den Holocaust die bösen Juden nicht zu Israeli hätten
mutieren können. Bezüglich eines deutschen Dorfes und eines
israelischen Soldaten (Ofer Marx), der ihn kontrolliert und auf
Wiedenhöfers schwäbische Herkunft aufmerksam wird, schreibt
der Fotograf nämlich: “Fast alle Juden des Dorfes wurden
im Holocaust ermordet, nur der Friedhof und eine Gedenktafel am Platz
der Synagoge erinnern noch an sie. Hätte es den Massenmord nicht
gegeben, würde Ofer vielleicht in diesen Morgenstunden im
Hörsaal einer deutschen Universität sitzen, statt
palästinensische Ausweise zu kontrollieren.“
Täglich
stimmt sich Wiedenhöfer bei sich „daheim“ so auf die
Beschäftigung mit Israel ein: Ein Gedicht des bekannten
antijüdischen Juden Erich Fried hängt „an meiner
Magnetwand“: “Eure Sehnsucht war wie die anderen Völker
zu werden die euch mordeten Nun seid ihr geworden wie sie Ihr
habt überlebt die zu euch grausam waren Lebt ihre
Grausamkeit in euch weiter?“
Das ist ein bekanntes
antisemitisches Muster nach Auschwitz: Juden als Nazis, ein
Kernbestandteil von sekundärem Antisemitismus und neuem
Antisemitismus gleichermaßen.
Besonders beliebt sind
Juden wie Erich Fried, wenn sie solche grotesken Verzerrungen der
Wirklichkeit äußern, sie dienen als „jüdische
Kronzeugen“. Deren Funktion zumal für die Deutschen nach 1945
analysierte der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno schon
Anfang der 1950er Jahre.
Nicht nur in linken Kreisen, zumal
in der arabisch-muslimischen Welt ist diese Schuldumkehr und
antijüdische Agitation beliebt. Wiedenhöfer schreibt und
erzählt somit folgerichtig, konsequent und unkommentiert (!):
“Die Arbeit ist ermüdend. Manchmal stehe ich zweifelnd
morgens in meiner Wohnung, vier Stockwerke über der Omar
Muchtar, der Hauptstraße im Zentrum Gazas. Mein Blick wandert
über das betongraue Häusermeer: Kenne ich das alles nicht
in- und auswendig? Muß ich mir jeden Tag den gleichen Unsinn
antun? Zum x-tenmal höre ich ‚Hitler good, killed Jews‘ ,
weil die eingepferchten Palästinenser nicht über den Zaun
ihres Homelands Gaza schauen können.“
Für
Wiedenhöfer sind also die Juden selbst schuld, dass sie heute
mit Nazis verglichen werden und Hitler gelobt wird für den
Holocaust. Er analysiert überhaupt nicht islamischen und
arabischen, zumal palästinensischen Antisemitismus, wie es ein
Forscher tun würde. Er nimmt ihn einfach so auf in seinen Alltag
und projiziert die Schuld einzig und allein auf die Juden und
Israeli.
Wer so argumentiert und solche palästinensischen
Judenhasser, seien es Erwachsene, Alte, Kinder oder Teenager, nicht
kommentiert und bekämpft, hat aus Treblinka und Babi Yar, Chelmo
und Auschwitz nichts gelernt. Das ist keine „Freiheit der Kunst“,
wie es die Grünen oder Die Linke in der BVV in
Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg suggerieren.
Hier ist ein
Überzeugungstäter am Werke. Wiedenhöfer selbst sagt
von sich, und da wird ja so schon fast komisch-lustig: “Ich
glaube, daß mein beharrliches Arbeiten ein gutes Ergebnis
hervorbringt. Schwäbisch-protestantisches Arbeitsethos mischt
sich mit einer Art Schützengrabenmentalität, der ich nicht
entrinnen kann“.
Er ist also ein Soldat mit der Kamera und
möchte Propaganda gegen Israel machen, auf die antijüdischen
Implikationen gerade des „Schwäbisch-protestantischen
Arbeitsethos“ -ich verweise nur auf Luthers antijüdische,
protestantische Texte, welche darauf abzielten, dass Juden nichts
arbeiteten – sei zumindest hingewiesen.
So also schreibt
Wiedenhöfer 2002; 2007 in seinem zweiten Fotobuch im Göttingen
Steidlverlag, welches die Vorlage für die jetzige Ausstellung
hergibt und „Wall“ heißt, sieht es genauso aus. Hier wird
jetzt wiederum Israel mit den Nazis/Deutschen gleichgesetzt, wenn er
wiederum ohne Kommentar auf Seite 92/93 ein Graffiti auf einem
Teilstück der Anti-Terrormauer in Israel abbildet, so „Warsaw
1943“ und ein Hakenkreuz mit Israel und dem Davidstern
gleichgesetzt werden, zudem „American Money“ und „Israeli
Apartheid“ angeklagt werden. Die Hetze gegen Israel als
Apartheid-Staat ist typischer Ausdruck des neuen Antisemitismus.
Anti-Israelismus ist ein Teilbereich des Antisemitismus, was
die Forschungen weltweit bekannter und renommierter
Anisemitismusforscher wie Prof. Robert Wistrich vom Vidal Sassoon
International Center fort he Study of Antisemitism an der Hebräischen
Universität Jerusalem, Prof. Pierre-André Taguieff vom
Centre national de la recherche scientifique (CNRS), der größten
staatlichen Forschungseinrichtung in Frankreich, oder Prof. Alan
Dershowitz von der Harvard Law School an der Harvard University in
den Vereinigten Staaten von Amerika belegen.
Der politische
Extremismus von Kai Wiedenhöfer wird mit seiner Internetpräsenz
bei Anis-online untermauert. Er zitiert nicht nur Palästinenser,
die unwidersprochen Hitler loben dürfen wegen dessen Ermordung
von sechs Millionen Juden, nein: er steht auch in direkter Nähe
zu ebenso problematischen Autoren und Publizisten wie Dr. Ludwig
Watzal, der wegen seiner häufigen antiisraelischen Texte ins
Gerede gekommen ist. Mittlerweile liegen Anfragen an
Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble von der Jüdischen
Gemeinde zu Berlin und ihrer Vorsitzeden Lala Süsskind, dem
Generalsekretär des Bundesverbands der Israelitischen
Kultusgemeinden in Österreich, Raimund Fastenbauerder oder auch
des NGO-Koordinierungsrates unter Federführung von Prof. Gerd
Weisskirchen, Bundestagsabgeordneter der SPD, Außenpolitischer
Sprecher der SPD Bundestagsfraktion und persönlicher
Beauftragter des OSZE- Vorsitzenden zur Bekämpfung des
Antisemitismus vor, welche eine Beendigung der Beschäftigung
Watzals für die Bundeszentrale für politische Bildung
fordern, worüber die nationale und internationale Presse
berichtete.
Schließlich weist auch die Historikerin Dr.
Juliane Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU
Berlin Watzal den Gebrauch von „antijüdischen Stereotypen“
nach. Der Tagesspiegel berichtete über den Fall Watzal ebenso
kritisch
http://www.tagesspiegel.de/politik/div/Anitsemitismus;art771,2507211
. Was sagt Anis dazu? „Anis‘ Kommentar: Wieder einmal gehen
Zionisten und Philosemiten gegen Menschenrechtler vor“.
Http://www.anis-online.de/mediendatenbank/medienschau.htm
Für
Anis sind Juden oder israelfreundliche Politiker wie Gert
Weisskirchen „Zionisten“ bzw. „Philosemiten“, welche gegen
„Menschenrechtler“ vorgingen. Anis online dagegen möchte
demnach lieber ein Antisemit sein, wenn er „Philosemit“ so
aggressiv negativ konnotiert. Das ist die politisch-künstlerische
Internet-Heimat von Kai Wiedenhöfer.
Watzal wiederum hat
Wiedenhöfers Buch „Wall“ sehr lobend rezensiert
http://www.saar.at/gelesen/pdf/Rez_Int_307_Wall.pdf
, was nicht verwundert, hat doch Watzal auch eine Seite auf
Anis-online http://www.anis-online.de/1/rooms/ludwig-watzal/index.htm
.
Das politische Weltbild, die Ideologie Kai Wiedenhöfers
ist evident. Er ist stolz auf seine schwäbisch-protestantische
Herkunft, er lässt Palästinenser unkommentiert davon reden,
dass es gut gewesen sei, dass Hitler die Juden ermordete, ja
rechtfertigt diese Sicht ganz gezielt, bewusst und explizit, wenn er
im Anschluss an dieses eklige Diffamierung sagt, dass die
„eingepferchten Palästinenser nicht über den Zaun ihres
Homelands Gaza schauen können“. Palästinenser werden
demnach von Israeli wie Tiere behandelt (“eingepfercht“). In
schuldprojektiver, geradezu paradigmatischer Art und Weise werden bei
Wiedenhöfer die Juden zu Tätern, die sich der gleichen
Methoden bedienten wie damals die Nazis bzw. die Deutschen im
Nationalsozialismus. „Homeland“ wiederum hießen bekanntlich
die Gebiete für die Schwarzen im Apartheidstaat Südafrika.
Israel so eindeutig mit Südafrika gleich zu setzen ist
antisemitisch.
Wo ist da die Freiheit der Kunst
erkennbar?
Der Fotograf und Texter generiert antiisraelische
und antisemitische Ideologeme. Jede und jeder, die oder der mit ihm
eine Ausstellung machen, wissen nun, dass es nicht die „Freiheit
der Kunst“ ist, um welche es bei der geplanten antiisraelischen
Fotoausstellung an der Berliner Mauer an der Mühlenstrasse in
Berlin geht. Es geht um Hass auf Israel, weshalb Wiedenhöfer
auch zu Hause bei sich das antijüdische Gedicht von Erich Fried
herumhängen hat, welches die Juden als die Nazis von heute
diffamiert.
Diese Töne sind jene des neuen
Antisemitismus. Der Antiisraelismus ist der Antisemitismus nach
Auschwitz. Kai Wiedenhöfer, Adrienne Goehler (als Kuratorin) und
das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg unter der Leitung von Dr.
Franz Schulz (Bündnis 90/Die Grünen) sowie die Mehrheit der
Bezirksverordnetenversammlung wollen demnach mit der geplanten
Ausstellung „Wall-on-Wall“ diesem Antisemitismus Vorschub geben.
Sie wissen was sie tun.
“die jüdische“ 23.04.2008
18:45
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