Moderner Antisemitismus

Infoveranstaltung zum Thema “Moderner Antisemitismus“

Referat von Claudia Lichnofsky vom Projekt Bildungsbausteine gegen Antisemitismus

Freitag den 12.Dezember 2008 | 17:00h | Haus der Jungend Köpenick - DAS CAFE, Seelenbinderstraße 54 (5 Minuten Fußweg vom S-Bhf. Köpenick [S3] entfernt)

Was ist eigentlich Moderner Antisemitismus und wann ist er entstanden?
Was hat er mit der Moderne zu tun?
Diese und andere Fragen wollen wir auf dieser Veranstaltung erläutern und diskutieren. Dabei konzentrieren wir uns jedoch auf den Modernen Antisemitismus ab dem 19. Jahrhundert (in Abgrenzung zum christlichen Antijudaismus) und stellen die unterschiedlichen Erscheinungsformen dar, wie den völkischen, rassistischen, ökonomischen, politischen und eliminatorischen Antisemitismus. Es wird auch um die Entstehung des Begriffs und den Antisemitismus nach 1945 mit seinen Schattierungen wie dem sekundären und antizionistischen Antisemitismus gehen.
Nach einem kurzen Vortrag wird es Möglichkeit zur Diskussion und zur Einordnung verschiedener Zitate in die unterschiedlichen Erscheinungsformen geben.

Die Veranstaltung bildet den dritten Teil einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe
gegen Antisemitismus des Landesarbeitskreis Shalom Berlin der Linksjugend
[’solid] und den Jusos Berlin.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Flyer zum download:
Flyer_ModernerAS081212

Erneuter Angriff auf jüdisches Mahnmal

Erneut ist das jüdische Manhmal in Schöneiche Opfer eines Angriffs geworden. Unbekannte Täter warfen in der Nacht zum 21. November Kränze durch die Gegend und einen Blumentopf gegen den Stein, die am 9. November dort niedergelegt worden waren. Der Stein war zuletzt am 29. Oktober Ziel eines Angriffs durch Judenfeinde.

Quelle: Antifa Erkner

Pressemitteilung | BAK Shalom der Linksjugend [’solid]

Zur zeitweiligen Besetzung der Humboldt-Universität am Rande des SchülerInnenstreiks am 12. November 2008 erklärt Benjamin Krüger, Bundessprecher des BAK Shalom der linksjugend [’solid]:

Wir unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihren Forderungen nach einem gerechteren Bildungssystem, nach einer Schule für alle und einer besseren Ausstattung der Schulen im Sinne kreativer Lernorte ohne Elite-Wahn und Leistungsdruck.

Mit völligem Unverständnis und tiefer Empörung mussten wir aber zur Kenntnis nehmen, dass am Rande einer Besetzungsaktion der Humboldt-Universität einige DemonstrantInnen eine Ausstellung zu jüdischen Unternehmen in der NS-Zeit mutwillig zerstörten.

Dies ist auch mit jugendlichem Übermut nicht zu rechtfertigen. Wenige Tage nach dem 70. Jahrestag der „Reichspogromnacht“ erscheint dieser Vorfall geradezu verhöhnend gegenüber der Ernsthaftigkeit des Themas und den Opfern des NS-Regimes. Im besten Fall haben hier die notwendige Sensibilität und das historische Bewusstsein gefehlt, jedoch erscheint dies fast undenkbar, haben doch MitarbeiterInnen der Universität versucht einzugreifen. Wenn ein blinder Aktionismus zu solchen Konsequenzen führt, ist dies mehr als bedenklich.

Wir distanzieren uns entschieden von TeilnehmerInnen, die durch ihr Verhalten dem eigentlichen Anliegen der Demonstration nicht nur geschadet, sondern durch die Zerstörung der Ausstellung und nicht zuletzt von Einrichtungsgegenständen der Universität die richtige Forderung nach einer Verbesserung des Bildungssystems ab absurdum geführt haben.

Es ist ebenfalls erschreckend, dass die übrigen DemonstrantInnen nicht eingeschritten sind, ist doch ein zentrales Anliegen der Demo, dass SchülerInnen sich selbst engagieren und für ihre Interessen eintreten. Es ist nicht nachvollziehbar, wie eine derartige Ausstellung ohne massive Gegenproteste von umherstehenden SchülerInnen zerrissen und zerstört werden konnte. Die Passivität oder Gleichgültigkeit der TeilnehmerInnen verurteilen wir aufs Schärfste.



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