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Erklärung des BAK SHALOM zu den Vorkommnissen am 19.01.2008 in Magdeburg.
- Solidaritätsbekundung an das Antifa Infoportal Magdeburg -

Am Freitagabend besuchte uns ein Mitglied des Antifa Infoportals Magdeburg (www.a-i-p.tk) und berichtete über die Situation in Magdeburg. Thema waren sowohl neonazistische Strukturen als auch das Verhältnis der unterschiedlichen Gruppen, die sich der außerparlamentarischen Linken zuordnen.

Magdeburg hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Zentren des organisierten Neonazismus entwickelt. Die Jugendorganisation der NPD, die Jungen Nationaldemokraten, hat ihre Bundeszentrale nach Bernburg in die Nähe von Magdeburg verlegt. Mehrere bekannte Nazikader wohnen in und um Magdeburg. Auch ist ein Mitglied des JN-Bundesvorstands, ein Politikstudent, an der dortigen Universität. Es finden regelmäßig Kaderschulungen und Weiterbildungen statt, die das Ziel haben, die extreme Rechte zu intellektualisieren.

Magdeburg ist darüber hinaus einer der wichtigsten Hochburgen der neonazistischen Musikszene. Mehrere lokale Bands sind in das internationale Nazinetzwerk “Blood and Honour“ involviert. In Magdeburg werden ständig Nazikonzerte mit mehreren Hundert Zuschauern veranstaltet.

Die Situation innerhalb der Linken ist grotesk. Drei berüchtigte antiimperialistische Gruppen (die Gruppe Internationale Solidarität (GIS), die Autonome Antifa Magdeburg (AAMD) und die Frauengruppe Magdeburg) sind seit einiger Zeit dazu übergegangen, Meinungsdifferenzen mit Gewalt auszutragen.

Eine Gedenkveranstaltung zur Auschwitzbefreiung am 27.Januar letzen Jahres, wurde durch Mitglieder_innen dieser drei Gruppen gewaltsam angegriffen.

Es kam regelmäßigen Bedrohungen gegen israelsolidarische Antifaschist_innen durch die sich als “Antiimps“ bezeichnenden Schläger_innen. Es wurden Autos massiv beschädigt, Reifen zertstochen und Personen verprügelt.

Einen vorläufigen Höhepunkt erlebte die Eskalation im Herbst letzten Jahres. Zwei vom AIP organisierte Veranstaltungen zur Kritik des Antiimperialismus und zur Kritik des Antisemitismus wurden angegriffen. Eine davon mit Pflastersteinen, Knüppeln und Tränengas. Dabei wurden die Scheiben des Veranstaltungsortes eingeworfen und mehrere Teilnehmer_innen verletzt. Auch nach der Demonstration am 19.01., an der der BAK Shalom teilgenommen hat, wurden israelsolidarische Antifas aus Leipzig von den antisemitischen Gewalttäer_innen physisch angegriffen und verletzt.

Während der Zwischenkundgebung wurde auch Mitglieder_innen des BAK Shalom indirekt gedroht. Der Grund dafür war das Tragen der Fahnen der vier Alliierten Siegermächte, die die Welt vom nationalsozialistischen Deutschland befreiten. Es sind Parolen wie “Nie, nie, nie wieder Israel“ gerufen worden, die sonst nur von Naziaufmärschen bekannt sind.

Der BAK Shalom erklärt seine unbedingte Solidarität mit dem AIP und verurteilt die Angriffe der “Antiimperialisten“. Außerdem fordern wir den Jugendverband auf, zu dem Konflikt Stellung zu beziehen und die Angriffe zu verurteilen.

Die Angriffe der “Antiimperialisten“ zeigen, dass sie sich außerhalb jedes linken Konsens befinden und deshalb auch aus allen Zusammenhängen auszuschließen sind. Die Zusammenarbeit mit dem AIP soll in Zukunft ausgebaut werden.


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Bundesarbeitskreis SHALOM


DOKUMENTE:

<<< Grundsatzerklärung des BAK SHALOM

<<< Offener Brief zur Austellung „Wall on Wall

<<< Erklärung zu den Vorfällen am 19. Januar 2008 in Magdeburg